Warum essen wir Dreikönigskuchen?

Am 6. Januar halten Kartonkronen und Plastikkönige Einzug in die Schweizer Haushalte, denn es ist Dreikönigstag. Da darf ein leckerer Dreikönigskuchen nicht fehlen. Wir haben uns auf die Suche nach dem Ursprung des süssen Gebäcks gemacht.

Schon die alten Römer assen Dreikönigskuchen

Ob der „Bohnenkuchen“ der Römer auch so aussah, wie unser Dreikönigskuchen ist leider nicht bekannt. 

Obwohl wir mit dem Dreikönigskuchen die Reise und Ankunft der heiligen drei Könige bei der Geburt von Jesus feiern, gibt es die Urform des Dreikönigskuchens schon um einiges länger als die Bibel und die Weihnachtsgeschichte.

Im 5. Jahrhundert vor Christus verteilten die alten Römer den Kuchen während dem Volksfest zu Ehren des Gottes des Ackerbaus, Saturn. An diesem einen Tag konnten sogar Sklaven für kurze Zeit zu Königen werden. Wie heute wurde nämlich bereits damals derjenige, der den König (damals war es eine Bohne, kein Plastikkönig) in seinem Kuchenstück fand zum König für einen Tag erklärt.

Wir verdanken den Dreikönigskuchen einem Brotforscher

In der Backstube wurde lange getüftelt, bis der heutige Dreikönigskuchen entstand. 

Den Dreikönigskuchen, wie wir ihn heute kennen, verdanken wir dem Brotforscher Max Währen. In den 50-er Jahren tat er sich mit dem Schweizerischen Konditorenverband SBKV zusammen und belebte den alten Brauch des „Bohnenkuchens“ wieder. Ob das neu entwickelte Rezept dem Gebäck aus dem alten Rom ähnelt, ist nicht bekannt. Kreisförmig angeordnet mit einem grossen Mittelstück wird der Dreikönigskuchen, um den König mit seinen Vasallen darzustellen.

Nachdem das Gebäck fertig konzipiert war, wurde es an einer grossen Medienkonferenz vorgestellt. Der Schweiz schien es zu gefallen. Rund 50’000 Dreikönigskuchen wurden am 6. Januar nach der Pressekonferenz gekauft. Schnell sprangen auch Migros und Coop auf den Dreikönigskuchen-Zug auf und verkauften die Hefekränze in ihren Filialen. 

Dreikönigskuchen in anderen Ländern

Nicht nur in der Schweiz wird morgen ein traditionelles Gebäck gegessen. Auch andere Länder kennen den Dreikönigskuchen, jedoch sieht der überall ein bisschen anders aus:

Frankreich

Im Norden Frankreichs isst man die „Galette des Rois“. Diese besteht aus Blätterteig und einer Marzipanfüllung. Im Süden des Landes erfreuen sich die Franzosen an der „Couronne des Rois“, die aus Briocheteig geformt und mit kandierten Früchten versehen wird. 

Die Galette des Rois“ aus Blätterteig und Marzipan. 

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Reich verziert und mit kandierten Früchten gefüllt: die „Couronne des Rois“.

Spanien 

„Roscón de Reyes“ heisst der Dreikönigskuchen in Spanien. Wie in der Schweiz besteht der Kuchen auch hier aus Hefeteig. Er wird entweder ohne Füllung, mit Schlagsahne, Puddingcreme oder Cabell d’àngel (karamellisiertem Kürbis) genossen. Im Spanischen Kuchen verstecken sich gleich zwei Gegenstände: eine Bohne und ein Porzellanfigürchen. Wer die Bohne findet, wird zum König erklärt. Derjenige, der auf das Porzellanfigürchen trifft hat weniger Glück. Er muss den Dreikönigskuchen für alle Gäste bezahlten.  

Der „Roscón de Reyes“, hier mit Schlagsahne gefüllt.

Mexiko

Wie in Spanien heisst der Kuchen am 6. Januar auch in Mexiko „Roscón de Reyes“. Der Hefekranz wird hier mit kandierten Früchten aus der Region, wie Feigen und Datteln, verziert. Im Kranz sind mehrere Figürchen versteckt. Derjenige, der ein Kinderfigürchen in seinem Kranzsstück findet, muss an der „Fiesta de la Candelaria“ am 2. Februar für alle kochen.

Kandierte Früchte dürfen auch auf der Mexikanischen Variante des „Roscón de Reyes“ nicht fehlen. 

Louisiana

Auch in den USA kennt man einen Dreikönigskuchen. Die Tradition wird allerdings nur im Bundesstaat Louisiana zelebriert. Da der Königskuchen von Französischen Einwanderern in die USA gebracht wurde, findet man hier die beiden gleichen varianten des Gebäcks wie in Frankreich. Derjenige, der hier den König oder die Bohne findet, wird zum König für einen Tag und muss die nächste „King-Cake-Party“ ausrichten.  

Der „King Cake“ wird in den USA mit den traditionellen Mardi Gras (Karnevals) Farben Grün, Lila und Gold, verziert.

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